400 Kinder, grosse Spannweiten: Lignatur in der Maison Relais Mondercange
Mit der neuen Maison Relais in Mondercange entstand in Luxemburg ein Bildungs- und Betreuungszentrum, das anspruchsvolle Architektur, hohe Funktionalität und nachhaltigen Holzbau vereint.
Das Gebäude bietet Platz für bis zu 400 Kinder, integriert eine Sporthalle sowie eine Grossküche für 650 Mahlzeiten täglich und ergänzt den bestehenden Schulcampus der Gemeinde zu einem zentralen Ort für Lernen, Bewegung und Begegnung.
Architektur im Massstab der Kinder
Der Entwurf von XXA Architecture verfolgt einen kinderzentrierten Ansatz. Statt eines monolithischen Grossbaus entstand eine dynamische Architektur mit überschaubaren Raumfolgen, viel Tageslicht und einer einladenden Atmosphäre. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der trotz seiner Grösse offen, zugänglich und menschlich wirkt.
Eine farbenfrohe Kolonnade entlang der Fassaden führt die Kinder bis zum Haupteingang und umschliesst den zentralen Innenhof. Sie übernimmt dabei nicht nur gestalterische Aufgaben, sondern dient zugleich als tragende Struktur für die Dachüberstände und als spielerisches Element des Aussenraums.
Das Herzstück des Gebäudes bildet die Eingangshalle. Sie verbindet die unterschiedlichen Ebenen und schafft Einblicke zwischen Innenhof, Sporthalle, Verwaltungsbereich und den Betreuungsräumen. Die transparente Gestaltung erleichtert Orientierung und fördert das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Campus.
Ein multifunktionales Gebäude für den Bildungsalltag
Die Maison Relais vereint unterschiedlichste Nutzungen unter einem Dach. Insgesamt stehen 14 Betreuungsmodule zur Verfügung, die jeweils aus einem Hauptraum und zwei Nebenräumen bestehen. Hinzu kommen Lern- und Musikräume, ein Bereich für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Verwaltungsflächen, eine Sporthalle sowie eine zentrale Grossküche.
Diese Nutzungsvielfalt stellt hohe Anforderungen an die Architektur und die Konstruktion. Räume müssen flexibel nutzbar, akustisch angenehm und gleichzeitig wirtschaftlich realisierbar sein. Die Wahl eines leistungsfähigen Holzbausystems spielte dabei eine zentrale Rolle.
Vorfertigung und digitale Planung
Für die Umsetzung setzte das Projektteam auf eine weitgehend vorgefertigte Holzbauweise. Insgesamt wurden rund 1'450 m² Holzrahmenbau-Wände produziert, die – typisch Holzbau – die Montagezeiten auf der Baustelle deutlich reduzierten. Ergänzt wurden die Konstruktionen durch rund 320 m² Holzfassade sowie Dach- und Deckenelemente von Lignatur, welche die konstruktive Basis grosser Teile des Gebäudes bilden.
Die Planung und Umsetzung erfolgte gewerkeübergreifend im BIM-Prozess. Die digitale Koordination ermöglichte es, die zahlreichen beteiligten Unternehmen und Fachplaner effizient zusammenzuführen und bildete damit eine wichtige Grundlage für die weitreichende Vorfertigung und die erfolgreiche Realisierung des Projekts.
Grosse Spannweiten ohne Kompromisse
Eine Besonderheit des Projekts liegt in den konstruktiven Anforderungen der grosszügigen Räume. Zum Einsatz kamen LIGNATUR Flächenelemente des Typs LFE in Höhen von 280 und 360 Millimetern. Die Elemente wurden als statische Scheiben mit Schubstahl ausgebildet und ermöglichen freie Spannweiten von bis zu 9.4 Metern.
Gerade bei Bildungs- und Sportbauten sind grosszügige, stützenfreie Räume ein wesentlicher Vorteil. Sie schaffen Flexibilität für wechselnde Nutzungen und bieten Architekten mehr Freiheit bei der Raumgestaltung. Die Maison Relais Mondercange zeigt eindrücklich, welche Spannweiten mit modernen Holzbaulösungen heute realisierbar sind.
Öffentliche Bildungsgebäude unterliegen hohen Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz. Die eingesetzten Lignatur Flächenelemente erfüllen die Brandschutzanforderung REI 30.
Raumakustik als entscheidender Qualitätsfaktor
Wo täglich hunderte Kinder lernen, spielen und essen, wird die Raumakustik zum wichtigen Planungsthema. Lärm beeinflusst Konzentration, Kommunikation und Wohlbefinden unmittelbar.
In Mondercange wurden rund 1'300 m² Lignatur Akustik-Dachelemente verbaut. Zum Einsatz kam der Akustiktyp 3 dyn. Design, der die akustischen Anforderungen an Bildungsbauten gezielt unterstützt.
Damit leistet die Deckenkonstruktion weit mehr als reine Tragwerksarbeit. Sie verbindet Statik, Gestaltung und Schallschutz in einem einzigen Bauteil und trägt massgeblich zur Qualität der Innenräume bei.
Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus
Nachhaltigkeit beschränkt sich bei der Maison Relais nicht auf die Verwendung des Baustoffs Holz. Das Projekt vereint mehrere ökologische Ansätze:
- Einsatz nachwachsender Rohstoffe
- Hoher Vorfertigungsgrad mit reduziertem Baustellenaufwand
- Rund 1'000 m² Gründachflächen
- Dauerhafte und kreislauffähige Konstruktionen
- Fokus auf langfristige Ressourceneffizienz und niedrige Umweltbelastung
Die Haltung dahinter spiegelt sich auch in der Planungsphilosophie des Architekturbüros wider, das den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und dessen CO₂-Bilanz in den Mittelpunkt stellt.
Fazit
Die Maison Relais Mondercange zeigt, dass moderne Bildungsarchitektur weit mehr leisten muss als Raum bereitzustellen. Gefragt sind flexible Nutzungsmöglichkeiten, hohe Aufenthaltsqualität, gute Akustik, wirtschaftliche Bauprozesse und nachhaltige Konstruktionen.
Mit den eingesetzten Lignatur Flächenelementen konnten zentrale Anforderungen an Spannweite, Akustik, Brandschutz und Nachhaltigkeit in einem System vereint werden. Das Projekt ist ein weiteres überzeugendes Beispiel dafür, welches Potenzial Holzbau heute für Bildungsbauten bietet.
XXA architecture Sàrl, Hesperange / LU
rollingertec s.a., Roost (Bissen) / LU
Fotos: Claude Piscitelli
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