Erweiterung Werkhalle

Raum im Raum

Ein Raumstapel erweitert eine Werkhalle bei Thun in der Schweiz. Die Raffinesse dabei: Den Kubus aus Stahl, Glas und Holz hängten die Architekten in die bestehende Trag-struktur der Halle. Böden und Decken bestehen aus leichten und innovativen Flächenelementen von Lignatur.

Waldstatt/Schweiz, Dezember 2018. Ein Kubus aus Stahl, Glas und Holz beherbergt die neuen Sozialräume eines Fahrleitungs-Unternehmens in Gwatt bei Thun/Schweiz. Dieser klaren Bauaufgabe verliehen die Schweizer Architekten Furrer Jud eine besondere Raffinesse – und zwar mit der Idee, den Baukörper in die bestehende Tragstruktur einer Werkhalle einzuhängen. Der passende Ort für den Würfel war schnell ausgemacht: In der südwestlichen Hallenecke konnte ein Kran stillgelegt und das überdimensionierte Tragwerk für den Einbau genutzt werden. Auf einer Nutzfläche von 280 Quadratmetern beherbergt der dreistöckige Kubus auf jeweils einer Ebene eine Garderobe, einen Schulungsraum sowie einen Aufenthaltsraum.

Während das Erdgeschoss gemauert wurde, planten die Architekten die beiden Obergeschosse als leichte Hybridkonstruktion aus Stahl, Glas und Holz und hängten diese in die Kranbahn ein. Eine umlaufende 50 Zentimeter hohe Einfachverglasung verbindet den gemauerten Sockel mit den hängenden Obergeschossen. So gelangt zum Einen Tageslicht in die Garderobe, zum Anderen dient die Glasfuge als verbindendes Element zwischen gemauertem Sockel und darüber liegendem Stahlkörper. Zwei Zugänge erschliessen die Garderobe im Erdgeschoss, in die oberen Geschosse führen aussen liegende Stahltreppen. Im Zuge der Erweiterung wurde zudem die Fassade der Halle im Südwesten geöffnet und mit einer gebäudehohen Verglasung versehen. Das sorgt nicht nur für den Einfall von Tageslicht in Halle und Kubus, auch ist der Raumstapel so von aussen sichtbar und Blickbeziehungen nach draussen sind möglich.

Innovative Flächenelemente für beste Raumakustik

Für Böden und Decken kamen Flächenelemente aus Holz des Schweizer Herstellers Lignatur zum Einsatz. Ein grosser Vorteil dieser Bauweise: Gegenüber einer klassischen Betonverbunddecke konnten die Architekten damit deutlich Gewicht einsparen. Innerhalb des Kubus sind die Deckenelemente 320 Millimeter hoch und  spannen frei über 7,5 Meter. Sie sind in Sichtqualität ausgeführt und ihr Brandwiderstand erfüllt die Forderungen nach REI 30. LIGNATUR-Flächenelemente kamen auch als Deckenabschluss über dem Laubengang im zweiten Obergeschoss sowie über der Treppe zwischen Erd- und erstem Obergeschoss zum Einsatz, dort mit einer Bauhöhe von 180 Millimeter. Mit ihrer Lochung auf der Untersicht und hinterlegten Absorberplatten sorgen die Flächenelemente vom Akustiktyp 3 für beste Schallabsorption und optimale Raumakustik in den neuen Räumen. Darüber hinaus sind in die Deckenelemente bereits Sprinklerköpfe und Einbaulampen eingelassen, die Anschlussleitungen werden innerhalb der Elemente geführt. Alle zum Einbau der LIGNATUR-Flächenelemente nötigen Anschlüsse wie auch die Nut zur Aufnahme der raumhohen Festverglasungen wurden bereits im Werk vorgefertigt. So mussten auf der Baustelle die Bauteile nur noch auf die vorbereiteten Auflager gelegt und anschließend befestigt werden. Das Ergebnis ist ein Raummodul, das sich in vielerlei Hinsicht sehen lassen kann: unkonventionell, ästhetisch und wirtschaftlich – und noch dazu ausgezeichnet mit dem Schweizer Preis im Stahl- und Metallbau «PRIX Acier 2018».

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Objekt: Erweiterung Werkhalle
Standort: Gwatt/CH
Fertigstellung: Mai 2017
Bauherr: Fahrleitungsbau für Bahn, Bus und Tram, Gwatt BE
Architekt: Furrer Jud Architekten, Zürich/CH
Deckenelemente: Lignatur AG, 9104 Waldstatt

BGF: 350 m2
BRI: 1.400 m3

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(Text, PDF und Fotomaterial)
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